Trismigetes Selkirk Rex

Kleine Katzen-Barffibel

Der Anfang

Der Gedankenschritt zur Rohfütterung ist vollbracht, aber man wird ja geradezu erschlagen von Tabellen,Besserwisserei und Nährwerttstatistiken.

 

Das wichtigste ist die Grundausstattung. Damit alles gelingt,benötigt man:

 

- einen Kühlschrank und / oder eine Tiefkühltruhe

- scharfe Fleischmesser

- eine Geflügelschere

- Gefrierbeutel

- ein Schneidebrett

- Reinigunsmittel

- verständnisvolle Partner :-)

 

 

Die "Zutaten"

Was wir beim kochen als Zutaten bezeichnen, lautet bei der Rohfütterung Supplemente und ist überlebenswichtig für kleine Stubentiger. In einem Barf-Haushalt findet man:

 

- Taurin, eine Aminosäure, die lebenswichtig ist

- Algenkalk/Eierschalen/Knochenmehl zum Calcium-Bedarf  und Phosphor -Ausgleich

- Bierhefe

- Lachsöl/Nachtkerzenöl

- CDvet Easy Barf ( Kräuter/Pflanzenmischung)

- Schindel's Mineralien

- Kombinationspräparat CDvet Micro Mineral

- Salz

Die Hexenküche brodelt

Die Grundausstattung inkl. Zutaten ist nun angeschafft, jetzt geht es ans Werk.

Wem jetzt schon der Kopf schwirrt, der sei beruhigt: Bald geht es  einem in Fleisch und Blut über.

 

Natürlich sollte jetzt die Hauptsubstanz nicht fehlen: Das Fleisch.

Hier darf man sehr kreativ sein, denn es darf beinahe alles verfüttert werden, außer Schwein.

Schwein wird von Natur aus von Katzen schlecht vertragen und kann den lebensgefährlichen Aujetzkischen Virus tragen. Dieser für Menschen ungefährliche Virus führt bei Hunden und Katzen zum Tod.

 

Es gibt zwei Varianten zur Rohfütterung: Man kauft jeden Tag die Mahlzeit für seinen Liebling frisch ein oder man startet einen Großeinkauf und friert die Tagesportionen ein.

Bitte hier immer ans rechtzeitige und schonende Auftauen denken.

Erwärmen oder auftauen in der Mikrowelle ist tabu! Die Mikrowellenstrahlung zerstört die Eiweißstrukturen des Fleisches.

 

Eine ausgewachsene Katze benötigt ca. 140 Gramm Futter am Tag. Kitten und heranwachsende Katzen brauchen schon ein wenig mehr. Hier schwankt der Tagesbedarf von 150- 300 Gramm. Hier muss man beobachten und fühlen.

 

Kitten benötigen bei einer 100 Gramm Mahlzeit knapp 10 Gramm Ballasstoffe ( 90 Gramm Fleisch+ 10 Gramm Ballaststoff), eine ausgewachsene Katze braucht bei einer 100 Gramm Mahlzeit ca. 20 Gramm Ballaststoff ( 80 Gramm Fleisch+ 20 Ballaststoffe).

 

Verwendbare Ballaststoffe:

 

- gekochte Kartoffeln

- Quinoa ( Pseudo-Getreide), wird bei uns heiß geliebt und bekommt man im Bio-Laden

- Easy-Barf von CDvet, hier bitte beachten: Trockenmasse verdoppelt sich im feuchten  

  Zustand

- Reis

- Nudeln

- püriertes Obst und Gemüse ( keine Tomaten! hochgiftig)

 

 

Um die Mahlzeiten abwechslungsreich zu halten oder "aufzupeppen" empfehle  ich:

 

- Schafsfeta

- 1 Teelöffel Naturjoghurt

- 1 Eigelb pro Woche

- frische Nordseekrabben ( sehr reich an Taurin)

 

Ein Mal wöchentlich gibt es eine Fischmahlzeit, von Tilapia,Lachs,Pangasius bis hin zur Sprotte kann alles verfüttert werden, jede Katze hat da so ihre vorlieben.

Genauso verhält es sich auch mit den Innereien: Eine Mahlzeit pro Woche sollte sein. Wir nehmen hierzu immer gerne Hühnermägen, Leber verfüttere ich persönlich nicht mehr so gerne, da sie mir zu sehr belastet ist und bei der heutigen Nutztierhaltung sind mehr Schadstoffe, als Nutzstoffe drin.

Das Argument, Leber muss gefüttert werden, wegen dem Vitamin A-Gehalt, entgehen wir, da es künstlich zugegeben werden kann (Apotheke) oder man Barf-Mischungen verwendet, die es schon enthalten.

 

 

 

Was bei keiner Mahlzeit fehlen darf ist die überlebenswichtige Aminosäure Taurin.

Ohne Taurin kann es zu schwerer Krankheit und Erblindung eurer Lieblinge kommen. Der durchschnittliche Tagesverbrauch liegt bei 300-500 mg am Tag.

 

Taurin niemals trocken oder pur übers Futter streuen, es verursacht ein bizzeln oder brennen auf der Zunge. Verwöhnte Samtpfoten lehnen sofort ab.

Einfach etwas Wasser übers Futter geben und gut  mischen.

Bei Augetautem mit dem Blut vermischen, Katzen lieben es !

 

Ausnahme: Bei der Fütterung von Herz, muss kein Taurin zugegeben werden, genauso bei Nordseekrabben, da diese sehr reich an Taurin sind.

 

An dieser Stelle sei nochmal erwähnt: Herz ist keine Innerei, sondern ein Muskel und kann deswegen öfters gefüttert werden.

Was Hänschen nicht kennt, dass frisst er nicht

Bei Katzen ein Spruch, der all zu wahr ist. Viele Katzen sind wahre Trockenfutterjunkies. Moqui verweigerte auch drei Tage lang strikt seine Fleischportionen.

 

Zur Heranführung verwende ich hochwertiges Dosenfutter und wenn Monsieur oder Madame dann die Fleischportion verweigeren, stelle ich sie wieder weg. Zwischendurch biete ich sie wieder an. In der Regel ist die ganze Tortur nach zwei Tagen überstanden.

 

Eine Katze darf nie länger als einen Tag hungern. Von Natur aus, essen Katzen 50-60 kleine Mahlzeiten. Für uns unmöglich durchzuführen. Eine Einpendelung auf drei Mahlzeiten bei erwachsenen, und fünf Mahlzeiten bei kleinen Katzen ist perfekt.

 

Am Anfang kann man auch mal etwas mehr Lachsöl übers Futter geben, denn damit knackt man fast jeden Hungerharken.

 

Vorsicht: Trockenfutter und Frischfleisch nicht zusammmen füttern! Trockenfutter verweilt bis zu 24 h im Magendarmtrakt, während das Fleisch in 8 h "durchflutscht". Hier kann es dann tatsächlich zu der gefürchteten Samonellen-Infektion kommen.

 

 

Die gedruckte Variante ist ab sofort verfügbar! Bestellung unter trismigetes@gmx.de für 5,99 € . ( als DIN A 4 Heftbroschüre ).